Die fünf fundamentalen Fehler des Senioren-Marketings.
Die demographische Entwicklung und die Verschiebung von Einkommen und Vermögen Richtung graue Haare spricht eine klare Sprache. Die Ablösung des Jugendkultes durch den Altenkult ist bereits Tatsache, wenn auch noch in der Phase des Umbruchs. Ein Kult wird durch einen anderen Kult ersetzt, das entspricht dem Muster der historischen Entwicklung des Gesellschaftsverständnisses in allen Kulturen weltweit. Das ist immer eine Phase des Unverständnisses und der Unsicherheit - die Füsse, der Magen und die Arme stecken noch im alten Kult, der Kopf ahnt, dass im neuen Kult mehr Potenzial steckt.
Beispiel aus der Praxis: Designstudie für ein Auto mit bequemerem Einstieg. Konsumentenbefragung über die Copy: "Steigen Sie ein, durch die bequemsten Türen der Autogeschichte - ideal auch für ältere Herrschaften." Ergebnis: Desaströs. Wir ändern die Copy und erzielen ideale Umfragewerte: "Für Menschen, die Verneigungen nicht mehr nötig haben". Was sind die Hauptgründe, wenn Seniorenmarketing nicht klappt?
1. Das falsche Bild der Jungen Alten. Pensioniert werden gegenwärtig die 68er und die Babyboomer. Das ist die Generation der Rebellen und der Babyboomer. Was dieser neuen, kritischen Seniorengeneration angeboten wird, ist Wasser anstelle von Wein.
2. Die Jungen Alten werden als isolierte Exoten im Markt angesprochen. Eigentlich glaubt man weder an ihre finanzielle noch an ihre intellektuelle Macht. Aber die neue Seniorengeneration repräsentiert jene Elite und ihre Entourage, welche die Welt in den globalen Marktplatz verwandelte.
3. Neuere Untersuchungen zeigen, wie das sich verdichtende Bewusstsein der Endlichkeit des individuellen Lebens, Kaufentscheide massgebend beeinflusst. Das wird ignoriert... birgt aber eine ganze Klaviatur für hochwertige Dienstleistungen und Produkte.
4. Zu wenig genutzt wird auch das Bedürfnis, im Leben Verpasstes nachzuholen. In diesem Begehren stecken massive, tiefgründige Hebelkräfte.
5. Der grosse Unterschied von Senioren-Marketing und zukunftsträchtigem Alten-Kult wird nicht einmal im Ansatz verstanden.


Hier schrieb ein Allwissender
gez. Greis
für ein besseres Marketing, gratuliere - und ein
nixnutziger erster Leserbeitrag!
VG RM
Und es gibt keine jungen Alten. Weil niemend alt und
seniorig sein will. Daher gibt es auch kein
Silberrücken-Marketing.
Herzliche Grüsse,
Claude Bürki