Mann wird weicher

Erinnern Sie sich an die Zeit, als Mann für pure Power stand? Wer sich einen Sportwagen leistete, wollte ein Gefährt hart wie ein Brett mit Stossdämpfern im Millimeterbereich. Das Ding sollte sich in den Asphalt krallen. Ich besass einen MG, der lag höchstens eine Handbreit über dem Asphalt. Nach einer Passfahrt kochte die Bremsflüssigkeit. Ich war begeistert, die Freundin nicht.

Das Prinzip Karussell-Schaukelpferdchen
Heutige  auch potente  Sportwagen werden Prostata schonend gefedert. Vorbild ist das Prinzip Karussell-Schaukelpferdchen, die nicken so brav vor sich hin. Das tun sie ein bisschen hastiger, wenn man in den Sportmodus schaltet. Für die Hersteller hat das Vorteile. Sie erweitern ihr Zielpublikum um Männer im Dreitagebart, die sich einen Kindertraum erfüllen und um Frauen, die Power beweisen wollen. Maserati hat heute ebenso viele weibliche wie männliche Kunden. Niemand fragt die Ladys am Steuer, ob sie es vielleicht nicht härter möchten. Man nimmt es einfach an.

Die Résistance gegen den Geist des Schwabbeligen
Jedenfalls stehen jetzt die Ferraris, Aston Martins und Porsches öfter vor Kinderspielplätzen als vor den Rundkursen dieser Welt. Die Väter bringen ihre Kleinen zum Sandhaufen und schalten auf «Normal». Die Sound-Engineers haben darauf reagiert. Sie haben das Brüllen der Motoren kultiviert. So ist es nur normal: Luxuskutschen nähern sich dem Sport, der Sport nähert sich dem Luxus. Das hat Gegenbewegungen ausgelöst. Die Fahnen der Résistance gegen den Geist des Weichen tragen ausgerechnet die Velosättel. Wie kam das?

Man wird zum Eunuchen auf Zeit
Wer sportlich Velo fährt, gibt Hoden, Samenleiter und das gesamte Genitalsystem vertrauensvoll in die Hand eines Marterbretts, genannt Velosattel. Das führt nach kurzem zu Gefühllosigkeit und nach einem gewissen Training zum Anschwellen der Wadenmuskeln bei gleichzeitigem Abschwellen jener Muskeln, die dem Penis zur aufrichtigen Haltung gegenüber einem wichtigen Teil seiner Funktionen verhelfen. Üblicherweise geht das so weiter: Man hat die Wahl zwischen einer liebevollen Partnerschaft oder Schweiss treibenden Trainingsfahrten, begleitet von Kuhglocken und herrlichem Abendrot. Um diese Wahl nicht treffen zu müssen, kauft man sich gegen alle Ratschläge einen weicheren Sattel. Weiche Sättel das Problem, die sensiblen Stellen werden durch einen geheimen Ratschluss der Physik endgültig abgeschnürt, man wird zum Eunuchen auf Zeit.

Die Geburtskliniken radrennbegeisterter Nationen verwaisen
In Ländern mit ausufernder Radrennbegeisterung wie Italien, Frankreich, Belgien und Spanien sinkt die durchschnittliche Gebärrate pro Frau nachweisbar. Ich mache die Velosättel dafür verantwortlich. Immer mehr Sportler fahren auf schlabberigem Gel im Sattel, im vergeblichen Versuch, Spass im Erhalt der Familie zu finden. Ein Sattel mit dem Namen Wahrer MANN® gibt da kreatives Gegensteuer.

Hart sei der Mann
Der Sattel ist geformt aus Granit, herausgehauen aus dem Gestein der kanadischen Gaspésie-Halbinsel, «seit Äonen von den kraftvollen Brechern des Atlantiks geformt und geglättet» wie der Hersteller schreibt. Ich warte jetzt auf den Sattel aus Kruppstahl oder Eisenholz. Dann werden sich die Demographen dieser Welt wundern, dass die Überalterung unserer westlichen Gesellschaft ruckartig stehen bleibt. Ein Investment in Gebärkliniken könnte sich lohnen.

Aber neues Betriebskapital bleibt Ihnen verwehrt.

Wir erklären Investoren, weshalb es ein gutes Geschäft ist, in Ihr Business zu investieren. Das ist unser Geschäft. Ihre Firma ist grundsolid, hochkompetent, arbeitet in einer Branche mit Zukunft...

Weshalb bekommen Sie keinen Kredit?
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten werden viele Kreditgesuche ohne individuelle Prüfung abschlägig beschieden. Was vor kurzem ohne weiteres möglich war, scheitert jetzt am Risikoprofil. Ihre Ideen und Bedürfnisse werden von den Kapitalgebern nicht mehr mitgetragen.

Die Finanzwirtschaft leidet an einem Burn-out.
Gegenwärtig erhalten Sie Kredite vor allem dann, wenn Sie sie zu 100% absichern können, sie also nur bedingt benötigen. In inflationären Zeiten öffnet das Risk Management der Finanzintermediäre alle Schleusen, in schwierigen Zeiten setzt das Geld in den Tresoren Staub an. Die Adern der wirtschaftlichen Erholung vordorren an Blutarmut.

Sie aber müssten investieren.
Sie wollen neue Märkte erobern, neue Produkte lancieren, neue Dienstleistungen etablieren, Infrastrukturen erneuern, Chancen packen ... an Ideen fehlt es Ihnen nicht, an Kapital schon.

Wie wir den gordischen Knoten durchschneiden.
Wir lösen das grundsätzliche Problem. Es besteht darin, dass Sie einer unter vielen sind, dass Ihre Ideen und Bedürfnisse (und vor allem die Chancen, die darin schlummern) nicht erkannt werden  ein typisches Kommunikationsproblem in einer Welt, die unternehmerische Ideen dem Urteil «spezialisierter» Computerprogramme unterwirft.

Konkret
Kurzum, wir entziehen der automatisierten Entscheidungswelt Ihren Antrag. Wir können das aufgrund unserer über 40-jährigen Erfahrung in der Welt der Finanzen, unserem Investor-Relations-Know-how und einem beispiellosen Beziehungsnetz. Die Schritte:
1. Wir analysieren mit Ihrer Hilfe Chancen und Risiken.
2. Wir beleuchten das günstige Chancen-Risiken-Verhältnis mit allen im Einzelfall geeigneten Medien (Investor Relations, PR, Social Media, klassische Werbung, Video).
3. Wir schleusen diese Informationen überall dort ein, wo Experten und nicht Computer die Entscheide fällen.
4. Wir verbreitern die Basis der Kapitalgeber, zum Beispiel durch den Einbezug interessierter Family Offices oder potenter ausländischer Investoren.

Unsere Reputation
Die wichtigsten Schweizer Börsengänge tragen unsere Handschrift  und nicht wenige internationale dazu. Börsengänge sind so etwas wie der Doppelaxel der Finanzindustrie. Sie bedingen nachhaltig funktionierende Netzwerke bei institutionellen und privaten Investoren, bei nationalen und internationalen Finanzmedien sowie unter den Opinion Leadern der Finanzjournalisten. Die Kommunikation im Umfeld von Börsengängen bedingen Augenmass, analytische Stärke und vertieftes Verständnis für Business- und Investmentmodels. Sie wird nur den vertrauenswürdigsten Kommunikatoren anvertraut  denn es geht um Millionen und Abermillionen.

Wer jetzt gebannt stehen bleibt, wird überfahren.

In wirtschaftlich schlechten Zeiten werden Marktanteile neu verteilt. Gewinner sind die Aktiven, Verlierer sind die Passiven. In solchen Zeiten genügen Me-Too-Kommunikations-Konzepte nicht mehr. Gefragt ist kreatives Querdenkertum. Querdenken heisst Geld sparen.

Der Käse mit dem Emmentaler

Also die Bauern-Käse-Lobby hat's erfolgreich verschaukelt. Sie hat den Steuerzahlern jahrzehntelang Subventionen abgejammert. Geld strömte so im Überfluss, dass der letzte Tropfen Milch den Eutern abgerungen und in Emmentaler verwandelt wurde. Nach dem Butterberg erschufen unsere Subventionsbundespolitiker erfolgreich den Käse mit dem Käseberg. Aus Erfahrungen lernen ist halt verdammt schwierig. Staunend stellen die Damen und Herren fest, dass die Preise in sich zusammenfallen, wenn man mehr produziert, als die Märkte aufnehmen können. Die Frankenstärke ist da nur ein bescheiden wirkender Nebeneffekt. Subventionspolitik ist Schiss vor Wettbewerb. Vielleicht nicht ganz ohne Grund?

Firmen-TV on demand auf der Website: Bärenstark

Firmen-TV on demand, sind Videobeiträge, die sich direkt an die Besucher Ihrer Website wenden. Idealerweise aufgebaut wie man sich das von den TV-Sendern gewohnt ist: Anmoderation, Reportagen, Diskussionen usw. Ihre Besucher klicken im Verzeichnis jene Videos an, die sie interessieren.

Vorteile dieser TV on demand: Man kann rein technischen Informationen die wichtigen emotionellen Inhalte zur Seite stellen, Philosophien lassen sich glänzend darstellen, es gibt nichts Nachhaltigeres in Sachen Testimonial-Kampagnen, komplexe Abläufe erklären sich, Frontmanager zeigen ihre sympathischen Seiten, Diskussionen klären umstrittene Sachverhalte ... usw.

Ideal ist der zielgerichtete Einsatz auch im Bereich Kundendienst (Service, Kundennähe) und in der internen Schulung (Intranet).

Voraussetzungen: Den nötigen Return on Investment errreicht man nur dann, wenn man die Beiträge mit Low-Budget-Videos in hoher Qualität produzieren kann. Wie extrem aussagekräftig Low-Budget-Videos sein können und müssen, finden Sie unter www.s-g-c.tv. Wer seine Botschaft in bewegte Bilder umsetzt, erzielt einen höheren Return on Investment.

Der Fukushima-Effekt ist nicht am Abflauen

2. Hälfte Juni 2011 

In gewissen Zeitungsspalten und Internetbeiträgen ist die Rede von einem starken Abflauen des Fukushima-Effekts, offensichtlich eine Fehleinschätzung, was die Schweiz betrifft. Der Mann, die Frau «von der Strasse» widerlegt alle Kristallkugelweisheiten.

Eine unserer Kampagnen für einen mittelgrossen Energieversorger im Schweizer Mittelland, löste rege Aktivität auf der Ebene Mund-zu-Mund, Telefonresponse, E-Mail-Verkehr und Leserbriefe aus. Da ist von einem Abflauen keine Rede! Interessant aber ist, dass sich in Sachen Kernenergie ein Schwenker abzeichnet. Ein Schwenker von der rein emotionellen Reaktion hin zu mehr (hinterfragter) Realität.

Wir haben die Reaktionen der letzten Wochen in einem Analysepapier zusammengefasst (kostenlos abfragen über wsuter@s-g-c.com). Dieser Sensor im Markt zeigt mehr als jede Statistik.

Wikipedia, WikiLeaks, Social Media – Lügen, Notlügen und Kommunikation

Politiker orientieren sich, was Lügen betrifft, an einer 500 Jahre alten Maxime. WikiLeaks ist uns fremd, weil wir die Lüge institutionalisiert haben. Die Social-Media-Generation wird das ändern. Wikipedia ist das Lächeln im Cyberspace.





Lügen ist das Hauptinstrument der Macht

Schon Kleinkinder lernen den Unterschied zwischen den zu verabscheuenden grossen Lügen und Notlügen, die halbwegs erlaubt, zum Überleben gehören. Regierungen lernen das etwas später, vielleicht durch WikiLeaks?

Der Psychoanalytiker Léon Wurmser untersuchte 1999 das Problem der institutionell verankerten, bewussten Lüge. Er beobachtete Patienten aus Politik und Wirtschaft und stellte fest, dass bei vielen von ihnen Lügen eine Gewohnheit ist, die erst unter dem Eindruck psychoanalytischer Aufarbeitung zum Gewissensdilemma wird. Lügen sei ein Hauptinstrument der Macht. Die Weigerung, am Lügengespinst mitzuweben, werde als Schwäche, ja als Verrat verstanden.


Es hängt davon ab, was Sie Sex nennen

Niccolò Machiavelli stellte in der Renaissance eine These auf, welche noch heute Richtschnur (auch demokratischer) Politik geblieben ist: Die Lüge ist ein Mittel, um die Herrschaft zu behaupten. «Ein Herrscher muss die Seelenstärke haben, sich nach den Winden des Glücks und dem Wechsel der Verhältnisse zu richten und vom Guten so lange nicht abzugehen, als es möglich ist. Aber im Notfall auch verstehen, Böses zu tun...»

Natürlich kann es auch «Halbböses» sein, wie ein klassisches Clinton-Zitat vor dem Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses trefflich beweist. Auf die Frage, ob es mit Monica L. Sex gegeben habe, antwortete er sybillinisch: «Es hängt davon ab, was Sie Sex nennen.» Mit dieser Antwort erwies sich Clinton als begabter Schüler Machiavellis.


Politiker als füchsische Löwen

Die angeblichen Gründe zur Auslösung der Kriege gegen Vietnam (Johnson) und Irak (Bush) wiegen in ihren Auswirkungen bedeutend schwerer. Dieses Lügengewebe würde Machiavelli als legitimes Mittel der Machtausübung bezeichnen und zusätzlich würde er sich so äussern: «Ein tüchtiger Herrscher muss gleichzeitig die Natur des Fuchses und jene des Löwen annehmen. Der Löwe ist wehrlos gegen Schlingen, der Fuchs wehrlos gegen Wölfe. Man muss Fuchs sein, um die Schlingen zu wittern und Löwe um die Wölfe zu schrecken. Mit anderen Worten, ein kluger Machthaber darf sein Wort nicht halten, wenn ihm dies zum Schaden gereichen würde... »


Journalisten sind nicht mehr Pflock im Fleisch der Mächtigen

Hitlers Propaganda-Kompanien (PK) gaben mit ihren Leicas dem Zweiten Weltkrieg – auf Sieg getrimmt – sein heroisches Heimatfrontgesicht. Die Bushregierung erfand den «Embedded Journalist», die Karikatur des kritischen Journalisten. Friedrich Nowottny (ehemaliger Intendant des Westdeutschen Rundfunks) meinte dazu: «Der Blick des Journalisten fällt durch den Sehschlitz des Panzers. Und der ist nicht sehr gross.» Die Journalisten wurden «mit Augenmass» auserwählt, erhielten ein kurzes, militärisches Training in den USA und mussten dann, zusammen mit ihren Arbeitgebern, die Ground Rules unterschreiben. Vorschriften, die ihr Denken, Schreiben, Filmen und Tun exemplarisch einschränkten. Die Propaganda-Kompanien der Moderne sind und bleiben Erben Hitlers Propaganda-Kompanien. Für amerikanische Journalisten in amerikanischen Medien war es in den ersten Monaten des Irakkrieges unmöglich, eine kritische Haltung einzunehmen. Die Zensur war subtil. Kritik war unamerikanisch und gefährdete das Leben «unserer Boys». Man nennt das institutionalisierte Lüge.


Unsere Gesellschaft hat zu viel weisse Substanz im Cortex

Wie sehr wir uns an die Institutionalisierung der Lüge in Politik und Wirtschaft gewöhnt haben, zeigen die Reaktionen auf WikiLeaks. Laut einer Studie der Universität von Südkalifornien verändert sich bei pathologischen Lügnern die Hirnstruktur. Die weisse Substanz im präfrontalen Cortex – sie ist für die Informationsübermittlung zuständig – dominiert atypischer Weise die graue Substanz, welche Informationen ordnet und verarbeitet. Dem Kodex unserer Gesellschaft entsprechend, hat sich die graue Hirnsubstanz unserer Gemeinschaft im Laufe der Zeit zusehends verflüchtigt. Das betrifft nicht nur die Politik. Ebenso sehr betrifft es die Wirtschaft. Die Lügen um (nicht verursachte) Umweltschäden, (mündelsichere) strukturierte Produkte, (nicht verursachte) Immobilienkrisen, (für alle Ewigkeit geheiligte) Bankgeheimnisse ... sie sind ebenso institutionalisiert. Interessanter Weise erwarten wir von den involvierten Kreisen gar nichts anderes als Lüge. So stimmt die Welt.


Was wäre, wenn Pinocchios Nase schrumpfen würde?

Betrachtet man das Phänomen Lüge nicht aus der Warte ethischen Verhaltens, ergeben sich besonders interessante Aspekte. Nimmt man an, die Grosse Lüge wäre nicht nur vorder- sondern auch hintergründig gesellschaftlich geächtet, ergäbe sich eine interessante Ausgangslage für ein völlig neues Denken und Handeln.

Man kann davon ausgehen, dass Lügen mittel- und langfristig unproduktiv sind, ein gutes Beispiel ist die Lebenslüge. Sie neigt zum Implodieren der eigenen Sinnhaftigkeit. Die Lüge ist ein dummer Lebensentwurf für Visionen, Ideen, Projekte, weil Häuser mit morschem Fundament zusammenbrechen. Kurz, die Lüge ist teuer. Was sie auslöst, sind Reparaturen, wirtschaftliche Schäden, Insolvenz, beschädigtes Vertrauen, Zeitverschiebung der (richtigen) Lösungen...


Die Ratten im Sonnenlicht

Da wir von einer Welt der Quartalsabschlüsse in Kurzfristdenken erzogen sind, wäre der Verlust der Lüge ein umwälzendes Ereignis. Lügen löst ein Problem (vordergründig gesehen) rasch. Wahrheit braucht so ihre Zeit. Wahrheit ist träge. Deshalb ist die Lüge so beliebt. WikiLeaks hat die unangenehme Eigenschaft, Steine umzudrehen. Was ans Tageslicht kommt, sind Asseln und Ratten. Wir verdammen WikiLeaks, nicht die Asseln und auch nicht die Ratten.

Kommentatoren, die WikiLeaks verurteilen, schreiben am anderen Tag darüber, dass Facebook und Twitter die Lüge der Diktaturen überwinden, neue Gemeinschaften ermöglichen, unterdrückte Wahrheiten aufdecken. Unterdrückte Wahrheiten aufdecken? Gut so!


Die Jungen leben auf einem anderen Planet

Eine junge Journalistin hat es so formuliert: «Die Alten tun alles, um ihr Privatleben zu verstecken. Wir breiten unser Leben aus. Auf Facebook zeigen wir einander, wie wir sind, was uns ausmacht, was wir denken.» Diese neue Gesellschaft öffnet die Türen ihrer Zimmer, sprengt die Mauern ihrer Häuser, walzt Grenzen nieder, breitet ihre Geheimnisse aus und ist neugierig auf andere. Dahinter steckt auch ein Mysterium. Es heisst Web 2.0. Web 2.0 ist Kommunikation pur. Kommunikation ohne Grenzen, vorbei an allen, von jahrhundertealter Tradition geheiligten Instanzen, welche den Informationen ihre Kanäle zuwiesen, Informationswegzölle erhoben, Dämme bauten, Fischtreppen erlaubten oder verboten. Das ist krass. Nur haben es die meisten noch nicht bemerkt. Social Media unterwandert vieles. Unter anderem die institutionalisierte Lüge. Und – auch das liegt auf der Hand – Social Media sind keine Heilslehre, sowenig wie WikiLeaks. Social Media sind eine Renaissance, mit dem Unterschied, dass sie nicht rückwärtsgewandt sind. Social Media öffnen tausend Türen, hinter einigen ist das Paradies, hinter anderen die Hölle.


Wikipedia ist Lächeln im Cyberspace

Social Networks wie Facebook werden mit Sicherheit von kreativeren Lösungen abgelöst. Was bleibt, ist allerdings der Geist des Exaltierten, des Austausches zwischen Heerscharen Gleichgesinnter mit Flächenbrandgefahr für Herrschende und alles Etablierte. Das hat reinigende, erschreckende und erfreuliche Aspekte.

Wie ein erfreulicher Teil unserer Welt in Zukunft aussehen könnte, zeigt Wikipedia. Es gibt dem, was wir als «Weltwissen» bezeichnen, Umrisse ... an dieser Enzyklopädie arbeiten Tausende, die Inhalte werden gemeinschaftlich korrigiert erweitert und dem Laufe der Zeit angepasst. Wikipedia entwickelte sich zum meist benutzten Online-Nachschlagewerk und schaffte es auf Platz sieben der meistbesuchten Websites. Die Triebkraft hinter Wikipedia sind keine Gewinnabsichten und kein Karrieredenken, Mittun entspringt der Freude an der Sache an sich. Diese Strahlkraft der Mystik und der Aura einer Idee ist das, was – idealisiert – Web 2.0 ausmacht. Da wird ein Virus gesetzt, er steckt an und breitet sich aus. In einem überhöhten Sinne entstehen Gemeinschaften, die Nationen und Kommunen nicht ganz unähnlich sind. Es ist anzunehmen, dass andere 2.0-Viren ebenfalls das Fieber idealistischer Begeisterung entfachen werden. Natürlich sind Viren nicht nur Träger des Edlen, Guten. Im Cyberspace findet sich eng neben dem Lächeln, die Grimasse.

Vorgänger von Wikipedia sind Internet-Gemeinschaften in der Forschung, auch sie bringen Wissen über Ozeane und Gebirgszügen zusammen. Noch hat niemand genau analysiert, welche Werte durch das Schrumpfen von Distanzen und Addieren von Hirnsubstanz in Forschung und Wirtschaft generiert werden.

Die Frage stellt sich deshalb, weil Historiker sprunghafte wissenschaftliche Fortschritte während der Renaissance ausmachten. Neben einem sich ändernden Klima in Religion und Gesellschaft zeichnet eine bahnbrechende Erfindung dafür verantwortlich. Die Träger des Wissens, Klostermönche, arbeiteten im blakenden Fackellicht. Mit dreissig Jahren waren sie so sehbehindert, dass Lesen mühsam wurde. Die Erfindung der Lesebrille schenkte einer ganzen Mönchsgeneration zehn zusätzliche Jahre der Erkenntnis.

Das Web 2.0 ist die Lesebrille des 21. Jahrhunderts.

Super-GAU in Japan und Zusammenbruch der Energie-Aktien

Wie kluge Energieriesen jetzt Marktanteile gewinnen.

Das Zusammentreffen von drei Katastrophen löst unermessliches menschliches Leid aus – verbunden mit Unsicherheit und Urangst. Unsicherheit und Urangst sind Zyankali für die Börsen dieser Welt. Wertverluste werden sich im Energiesektor kumulieren (eng verschlungen mit steigenden Ölpreisen). Die Investitionsprogramme und die meisten der Zukunftsszenarien sind reif für den Shredder.

So seltsam es tönt, ich kann mir ohne weiteres ein Energie-Eliteunternehmen vorstellen, das in diesen Zeiten Marktanteile gewinnt. Dazu braucht es einige Voraussetzungen: Einen visionär denkenden Chef ... und die Fähigkeit, sich von Denkschematas freizustrampeln.

Wie müsste die Vision aussehen? Grosses ist (vordergründig) einfach. Das Gedankenmodell muss kluge, grenzensprengende Antworten auf Urängste geben. Urängste orientieren sich nicht an der konkreten Faktenlage:

Der Gap zwischen der Energieversorgung heute und der Energieversorgung, wenn alternative Technologien genügend effizient sind, ist bei steigendem Konsum das (allen bekannte) grundsätzliche Problem – das durch AKWs gelöst werden könnte. Was aber gesellschaftspolitisch nach Fukushima nicht mehr möglich sein wird. Lösungsansätze wird die Politik erarbeiten müssen.


Urängste sind bestimmt von Angst um Leib und Leben und wirtschaftliche Zukunft. Urängste fiebern einer Antwort entgegen. Wer genial an diesen Soft Factors baut, gewinnt Gross- und Kleinkunden, Politik und Medien. Ich beobachte seit 40 Jahren den Energiesektor. Alle schnüren seit langem ihr Röcklein der Nachhaltigkeit, nicht eines wird unter dem Eindruck von Fukushima die Blössen verdecken, es sind des Kaisers Kleider.

Was es braucht, ist mehr Genialität. So einfach und so schwierig ist das.

Kernschmelze in Japan

Energieriesen – ersetzt den Zweihänder durch das Florett!

Im Geiste waren die neuen Kühltürme schon betoniert. Bei einigen Exponenten schwang in der Sprache etwas mit, das man als Triumph bezeichnen könnte. Vorschnell.

Nun gilt es, die Brennstäbe der Kommunikation auf eine Temperatur abzukühlen, die glaubwürdig ist. Was vor kurzem noch glaubwürdig war, ist jetzt vielfach mit Angst besetzt. Das ist das Grundgefühl der Grundgefühle.

Jetzt braucht es PR, welche diese Menschen ernst nimmt, sie abholt – ohne jene mühsam versteckte, jedoch mit Macht durchschienene Arroganz, die so nervt. Nötig ist ein inspiriertes, gedanklich-sprachliches Meisterwerk. Do it.



Werbung/Kommunikation: Wer knackt die Festung Babyboomer?

Die neue Seniorengeneration der Babyboomer überschwemmt die Welt des Konsums mit jugendlichem Enthusiasmus. Sie haben spezielle Konsumbedürfnisse, ein kritisches Auge, Geld und Zeit. Beispiel: Wellness- und Mineralbäder.

Vor kurzem hielt ich in Norddeutschland einen Vortrag über Seniorenmarketing. Im Saal sassen Verantwortliche für private Wellness- und Mineralbäder und ihre Konkurrenten der öffentlichen Hand. Mit Mineralien angereichertes Warmwasser ist eine Verlockung vor allem für vom Leben gebeutelte Muskeln, Knochen, Glieder und Gelenke. Graue Häupter dominieren zunehmend Garderoben, Wasser, Saunen, Dampfbäder und Liegestühle.

Nun spült der Zeitenlauf die neue Seniorengeneration der Babyboomer in Wellness- und Gesundheitsbäder ... und hinterlässt beim Management eine gewisse Ratlosigkeit. In der Diskussion zeigen sich zwei Probleme: Ihre grosse Zahl und ihr kritisches Verhalten. Kritisches Verhalten der Konsumenten ist für viele neu. Ist das nun nur lästig, oder schaukelt sich da die grosse Chance auf? Eine Frage im Übrigen, welche die Anwesenden in zwei Lager spaltet. Die Chance sehen alle, so richtig packen, wollen sie offensichtlich nur die wenigsten. Wollte man die Babyboomers gewinnen, wäre ein Zukunftsinvestment angesagt. Weshalb?

Die Babyboomers gehören zur Internetgeneration, fotografieren digital, konsultieren über ihren iPad die Medien und kommunizieren via Social Media, viele haben wirtschaftliche Verantwortung getragen und ihr Geist bewegt sich in einer globalisierten Welt. Das gilt nicht für alle, aber für eine nicht zu unterschätzende Zahl.

Diese Biografie schärft das Auge der neuen Seniorinnen und Senioren. Sie notieren im Geiste nicht nur Hygienemängel und stöhnende Liegen (damit haben sich die Bademanager zähneknirschend abgefunden), sie haben klare Vorstellungen über Dienstleistungsqualität und sie sehen verpasste Chancen. Was besonders lästig ist, sie thematisieren alles, was sie stört ... öffentlich und oft unermüdlich. Sie haben Zeit, es gilt, sie totzuschlagen. Sie sind gut vernetzt, was sie kritisieren verbreitet sich mit der Virulenz eines Flächenbrands. «Sie mögen manchmal lästig sein», meint ein Teilnehmer, «aber sie sind die Konsumenten der Zukunft» (oder der Gegenwart?). Die Babyboomer rauben den Jungen den Platz 1 als Konsumenten, durch ihre schiere Zahl und ihre wirtschaftliche Potenz.

«Manager», meint ein nachdenklicher Teilnehmer, «welche ihr Hauptzielpublikum als lästig empfinden ... da haben wir ein Problem ...» Und ein anderer meint, «Da kommt ja ein riesiges Potenzial an Erfahrung und Wissen auf uns zu. Das sollten wir nutzen – oder etwa nicht?»

Was zeigt, dass nicht alle Bademeister baden gehen.

Flugangst und die Psychologie der Kommunikation

Lachen heilt Flugangst – ein Phänomen

Ich habe das Kommunikations-Mandat eines Spielkasinos in Las Vegas betreut. Nach den Gesetzen des Gliedstaates Nevada durfte ich als direkt Involvierter zwar selber nicht spielen, war aber mehrere Male zu Arbeitstreffen im Mekka aller Zocker. Der Anflug zum Flugplatz Las Vegas ist für jeden, der unter Flugangst leidet, eine Tortur. Rund um die Wüstenstadt steigen die heissen Luftmassen in gigantischen Wirbeln gen Himmel. Sie packen die anfliegenden Maschinen im Sinkflug und schütteln sie gehörig durch. Interessant, welche Geräusche Menschen in Todesangst so ausstossen. Interessant auch, wenn der Magen den Gaumen küsst.

Nur einmal war alles anders. Zwar schüttelte es wie immer. Zuerst war es ruhig. Dann ein zaghaftes Kichern. Ein Kichern, das sich von Sitzreihe zu Sitzreihe fortpflanzte, von Passagieren zu Stewardessen übersprang – das Kichern schwoll an zu herzhaftem Lachen und kumulierte in Lachsalven, die nicht einmal durch die Rumpellandung gedämpft wurden.

Was war geschehen?

Vor dem Landeanflug meldete sich der Flugkapitän per Lautsprecher und sagte folgendes: «Hier spricht ihr Kapitän. Wir fliegen jetzt Las Vegas an. Ich wünsche Ihnen viel Glück beim Zocken. Las Vegas liegt mitten in der Wüste. Das bedeutet, dass wir in wenigen Augenblicken aufsteigende heisse Wüstenluft durchfliegen. Das Flugzeug wird ziemlich schütteln. Dafür ist dieses Flugzeug gebaut. Dies ist meine hundertfünfzigste Landung in Las Vegas und ich habe mir geschworen, dass ich diesmal nicht der einzige bin, der keine Angst hat. Ich sage Ihnen jetzt eines, Angst müssen Sie nur haben, wenn es nicht schüttelt.» Die Rede kaum beendet, begann es zu schütteln wie irr. Und das in Lachen mündende Kichern kam aus hüpfenden Mägen und schmunzelnden Mündern.

Gute Kommunikation, dachte ich, kann Wunder wirken, Barrieren abbauen, ja sogar den Säugetier-Überlebensinstinkt übertölpeln. Da bleibt doch nur noch eine Frage:

Gibt es irgendeinen Grund, sich mit mittelmässiger Kommunikation zu begnügen?

Die Welt der Werbung aus der Sicht russischer Geheimdienste

Unser Auftrag in Moskau war alles andere als geheim: Vorbereitung für eine breit angelegte Kommunikationskampagne im Markt Russland, mit klassischer Werbung, PR, Social Media usw. Wir nutzten die Zeit, unsere Netzwerke zu pflegen auf Regierungs- und diplomatischer Ebene samt Treffen mit Opinion Leaders. Zu unserem Pflichtenheft gehörte auch das Drehen eines Videos mit Strassenszenen, das mittlerweile die Homepage unseres Kunden ziert.

Unsere Rencontres mit dem Geheimdienst fanden jeweils vor sechs Uhr morgens bei sechzehn Grad minus auf dem Roten Platz statt. Aus unseren Mündern quollen Dampfwolken, die Finger steckten eisig-klamm in dicken Handschuhen, die Dämmerung kroch hinter den Zwiebeltürmen hervor, einzige Lebewesen auf dem Platz: zwei räudige Hunde. Einziges Geräusch – Aufklappen der Stativbeine. Wie aus dem Nichts stand eine grimmige Gestalt neben uns – und verbot nach kurzem Verhör alle Dreharbeiten.

Sie werden zustimmen, ohne Roter Platz kein Moskau-Video. Also versuchten wir es am anderen Morgen zur gleichen nachtschlafender Zeit, darauf über Mittag und dann am Abend. Doch jedes Mal stand uns ein leicht durchfrorener Zerberus mit einem Verbot vor der Linse. Der Rote Platz ist bewacht wie die Kronjuwelen von Elisabeth der Zweiten. Drehen nur unter Lebensgefahr (unsere Sicht des Roten Platzes finden Sie hier, aber nicht verraten!)



In einer Zeitung hatte ich eine Woche zuvor gelesen, dass die russischen Behörden Anschläge auf U-Bahnstationen befürchten. Aufgrund unserer Erfahrungen gingen wir mit mulmigem Gefühl daran, eine der berühmten wunderschönen U-Bahnstationen zu filmen. Das dauerte ziemlich lange, niemand störte uns.

Eine Woche später war genau diese Station Ziel eines Anschlags mit Toten und Verletzten. Und in diesen Tagen sprengte sich ein Selbstmordattentäter mitten unter den Fluggästen des grössten Moskauer Flughafens in die Luft. Auch das ein bekanntes, «selbstverständliches» Ziel für Attentäter.

Ich bin beinahe sicher, der Rote Platz war gut bewacht.

Tourismuswerbung zwischen Behäbigkeit und Gedankenblitz

Das Tourismusland Schweiz ist ein Geschenk der Götter. Die Werbung dafür müsste vermehrt den Himmel erobern.

Natürlich gibt es gute, ja geniale Tourismuswerbung. Betrachtet man aber den Durchschnitt, sind Zweifel an Witz und Effizienz angebracht. Der Tourismus ist eine jener Branchen, die traditionell stark zu repetitiv angewandten Klischees neigt. Ihre Verwandten sind die Automobilindustrie, die Modeindustrie und Möbel im oberen Segment. Sie alle leben vom Augenreiz. Das ist ein grosser Vorteil, der aber gleichzeitig auch zu paralysieren scheint. Da macht sich ein Kreativstau breit, vergleichbar mit dem berüchtigten Schreibblockade der Schriftsteller und Journalisten. Die kreative Entwicklung bleibt geteert und gefedert an den Totembaum des Uninspirierten gefesselt.

Weshalb das so ist? Das ist eng mit der Qualität des Geschenks der Götter verbunden. Unsere touristischen Regionen, ihre Gaststätten, Hotels und Infrastrukturen sind in der Regel so aussergewöhnlich gut und majestätisch (Geschenk der Götter!), dass schon eine durchschnittliche Werbung auf den ersten Blick berückend scheint (vor allem für ihre Urheber). Da erhebt sich automatisch eine naheliegende Frage: Wie wäre die Wirkung erst, wenn die Werbung sich inspirierter um die Bedürfnisse des Zielpublikums ranken würde? Und wenn sie – welch verwegener Gedanke – vermehrt Social Media mit einbeziehen würde? Man kann sich das so vorstellen: Neue Kunden reiten heutzutage auf dem Jetstream des Cyberspace, ohne Umwege in die Gästebetten, an die Barstühle, in die Bergbahnen. Da wäre ein Netzwerk leistungsstarker Radartürme und hell leuchtender Pistenbefeuerung keine schlechte Idee.

Gute Touristikfachleute wissen das und zögern trotzdem. Das Zögern hat einen guten Grund. Social Media funktioniert nur, wenn (Air-)Traffic herrscht ... und wer hat dazu Kompetenz und Zeit? Zeit und Kompetenz kann man einkaufen, und dieser crossmediale Ansatz ist so effizient, dass man mit einem guten Return on Investment rechnen kann.

CI/CD ein beliebtes Ritual der Geldverschwendung

Corporate Identity und Corporate Design sollten eigentlich Marketing- und Designanarchie verhindern. Heute sind sie zum Fetisch der Fantasielosigkeit verkümmert, sie verursachen hohe Kosten und verfehlen ihr Ziel.

Vor Urzeiten dienten Corporate Identity und Corporate Design einem einfachen Zweck. Man wollte in Erinnerung bleiben. Adam und Eva wählten als CI den Paradiesapfel. Offenbar eine gute Wahl, denn Wilhelm Tell folgte diesem Beispiel. Eine Zigarre diente Winston Churchill als optisches Erkennungsmerkmal, die Stadt Troja verband ihre Identität mit einem hölzernen Pferd.

Das klappt offensichtlich und überdauert Jahrhunderte.

Früher bestand das Ziel darin, einen Stammplatz in den Geschichtsbüchern zu erobern. Heute hat sich das geändert, man will in Interbrands Ranking der wertvollsten Marken den Spitzenreiter Coca-Cola verdrängen – ein ehrgeiziges Ziel, Coca-Cola wird mit 67,5 Milliarden Dollar bewertet. Aber jeder spielt ein bisschen Coca-Cola – der Metzger in Buxtehude, die Versicherung in Berlin, das Hotel Wien, die Bank in Zürich.

Auf dem Weg zu Coca-Cola ist es ratsam, um eine Identität, eine Positionierung, ein vernünftiges Businessmodel zu ringen, sich eine Typografenfibel (Schriftendefinition!), einen Massstab (noch besser einen Typometer) und zwei Farbfächer (für Pantone und 4-Farben) zu besorgen. Alles Instrumente, um ein CI-Manual mit vielen Definitionen auf die Beine zu stellen. Damit betoniert man einen Rahmen, in den jede künftige Kommunikation gepresst wird und zwar für alle Zeiten. Das Geschäftsmodell mag sich ändern, das CI-Manual wird bleiben. Die Gesellschaft wird sich ändern, die Kommunikation bleibt in Denke und in Design unverändert. Und in einem finsteren, kleinen Kabäuschen sitzt jemand (niemand hat ihn je gesehen) über dessen Schreibtisch alles geht, was gedacht, gedruckt, ins Internet gestellt wird. Er (oder ist es eine Sie?) ist ein Kondom, das man über die Kreativität streift ... es sei denn, er/sie gehöre zu den Aposteln einer neuen CI/CD-Philosophie. Und es gibt sie, in wachsender Zahl.

Sie träumen von der intelligenten CI/CD-Auffassung. Das Geschäftsmodell wird mobil, es bildet die sich rasch ändernde Realität ab. Das Logo steht nicht mehr per Gesetz links oben oder rechts unten, es steht dort, wo man es sieht. Farben wechseln, mit den Emotionen, die sie wecken sollen, die Typografie pendelt zwischen Grotesk, Fantasie und Antiqua ..., und die Kunst besteht darin, dass man jedesmal die Marke erkennt.

Das ist möglich, hat nur den Nachteil, dass es nach klugen, kreativen Köpfen schreit. Effekt? Werbung/Kommunikation mit besserem Return on Investment. So schrecklich ist das gar nicht.



U.S. Post warnt vor Betrug

Der U.S.-Postmaster General warnt die Bürger vor Post- und Internetbetrug. Ein Vorbild für die Schweizerische Post.

Jeder U.S.-Bürger fand vor kurzem einen Prospekt in seinem Briefkasten, mit der Frage «Kennen Sie die Warnsignale von Betrug?» (brieflich, in E-mails, Telefon usw.). Der Prospekt ist unterzeichnet von John E. Potter, Postmaster General.

Im Prospekt sind nicht nur die wichtigsten Warnsignale kurz zusammengefasst. Er weist auch auf eine Homepage hin ( deliveringtrust.com ), welche das Thema umfassender behandelt. Zusätzlich – und das scheint mir besonders wichtig – sind alle Internetadressen und Telefonnummern angegeben, wo man Betrugsverdacht melden kann.



Wenn AIDS als Normalschicksal betrachtet wird – Fundraising in Südafrika

Kurz vor der Fussball-Weltmeisterschaft bereiste unser Agenturteam Südafrika, in zwei Gruppen befassten wir uns dort mit Schulen, wo die Touristenströme in weiter Ferne vor sich hindämmern. Dort, wo die Gesetze der Häuptlinge und der Drogendealer gelten. Dort, wo es nicht weiter bemerkenswert ist, wenn Heranwachsende an AIDS sterben, dort wo kleine Aidswaisen ihrem Schicksal überlassen werden.





Lesen Sie mehr zum Thema unter www.riskmanagment-zeitschrift.ch, Ausgabe Sommer 2009, «Risiko Kindheit»

Werbung/Kommunikation von/für Querdenker

Das Deutsche Institut für Normen wehrt sich gegen die Angriffe der Querdenker und gibt zu bedenken, dass nur normiertes Denken demokratischem Denken entspricht.


Der Mensch wurde aus dem Chaos geboren

Weil ich unsere Kommunikationsagentur als Querdenkeragentur bezeichne, werde ich gelegentlich gefragt, was das denn soll. Mein Lieblingsthema. Ursprünglich war der Mensch als Wesen gedacht, das überquillt vor schrägen und geraden Ideen. Dann erfand man die DIN-Norm für Papierformate, Quantenphysik und Operationsmethoden, was zur Annahme führte, man könne und solle auch die Kreativität normieren. Man hat die Ideen vermessen, in Höhe, Breite und Tiefe.


Nicht Normiertes verursacht Migräne

Medizinisch gesehen, war das eine brillante Idee, wenn man bedenkt, dass Denken Kopfweh verursacht. Das Vermassen von Ideen hat Tausenden ein Pultleben in Frieden gesichert.


Ordentliches Denken ist normiertes Denken

DIN-A-7811 ist die Idee, dass irgendein bekannter Sporttrainer für Suppenwürfel wirbt. DIN-A-7812 ist die Idee, dass ein als Frau verkleideter Schauspieler die Suppen verkauft. DIN-FLU-12 hingegen setzt als Norm, dass im Slogan ein Fluchwort steckt. DIN-D-2000 bis DIN-3000 ist für Discounts jeder Couleur reserviert. DIN-B-3001 bis 4099 macht glaubhaft, dass Damenbinden ins Himmelreich führen und eine andere DIN-Norm – die Nummer ist mir entfallen –, dass man teure Uhren dem Enkel vermacht... oder war es die Schokolade, die mir ein blondes Supermodel zur Sklavin macht?

Normdenken, das gilt es zu bedenken, ist zutiefst demokratisch. Jedermann kann es praktisch nutzen, jedermann versteht die Inhalte, jedermann ist glücklich. Normdenken ist der Jubelschrei der westlichen Industriekultur.


Querdenken ist der Rückschritt ins Chaos

Was zum Teufel also ist Querdenken? Ist Querdenken wirklich besser als das, was das Deutsche Institut für Normen, DIN, über ein Jahrhundert aufgebaut hat? Begegnen Sie Querdenken mit der nötigen Vorsicht. Da sind Chaoten am Werk und – Querdenken hat Nebenwirkungen, gelegentliches Kopfweh zum Beispiel.



Nutzwald und Marketing

Weshalb Porsche und Ferrari an Sportwagen aus Sperrholz arbeiten ... und wie der Untergang des Abendlandes allenfalls aufgehalten werden kann ...

Wenn im Schweizer Wald ein Baum gefällt wird, bluten die Herzen. Eine Tanne, eine Eiche, eine Eibe ... alles Lebewesen, denen wir mit Hochachtung zu begegnen haben. Zumindest, wenn es nach dem Willen hochkarätiger Gutmenschen ginge.

Nur – ganz so einfach ist das nicht. Wir haben der Landschaft ein Kleid aus Asphalt übergezogen, Beton gewinnt den Kampf gegen Wurzelkraft, unsere putzigen Einfamilienhäuser wuchern in Sichtweite zu Hirsch, Reh und Dachs. Das verändert einiges, von Mikroklima bis zu Flora und Fauna. Der Fuchs mutiert zum munter-neugierigen Stadtwanderer.

Im Mittelland gibt es wichtige Vogel- und Pflanzenarten, welche das Zwielicht ausgelichteter Wälder dem Dunkel naturbelassener Wälder vorziehen. Im Gegensatz dazu gibt es Tausende von Kleinlebewesen, die sich nur im stehen oder liegen gelassenem Tot- oder Altholz der «Neu-Urwäldern» mit der nötigen Leidenschaft auf die Erhaltung ihrer Art konzentrieren.

Brauchen wir mehr (geschützte) Naturwälder, die langsam zu Neu-Urwäldern mutieren? Was wir wirklich brauchen, ist eine Balance zwischen Nutzwald und «Urwald» ... und was wir ganz besonders brauchen, ist Holzmarketing. Die Äxte unserer Förster sind zu fleissig, die Nutzwälder produzieren mehr Holz, als der Markt aufnehmen kann. Holzmarketing würde bedeuten, dass uns eine Seele und ein Herz aus Holz implantiert wird. Wir würden die Sportarenen, die Einkaufszentren, die Einfamilienhäuser, die Brücken und unsere heissgeliebten Sturmgewehre wieder aus Holz, Schweizer Holz, konstruieren. Unsere Pädagogen würden angesichts von Plastikspielzeug einmal mehr den Untergang des Abendlandes heraufbeschwören. Wir würden den iPad verfluchen, weil er Zeitungspapier überflüssig macht, auf Stahl Einfuhrzölle erheben und die AMAG würde Porsche zwingen, in die Schweiz 911er aus Sperrholz zu liefern, was Ferrari in Zugszwang versetzen würde.

Für einmal sind nur unsere Politiker der Zeit voraus. Ihre Reden wirkten schon immer recht hölzern.

Lesen Sie mehr zum Thema Wald und Nachhaltigkeit unter www.riskmanagment-zeitschrift.ch



Monopoly als Lehrmeister für Anlageberater, Marketing- und Kommunikationsspezialisten

Monopoly ist eines der erfolgreichsten Brettspiele. Hasbro (früher Parker Brothers) verkauft es in 37 Sprachen und 103 Ländern. Würden es Banker öfter mit ihren Kindern spielen, würden sie nie mehr gegen Kapuzineraffen verlieren und Marketingspezialisten würden sich – aus dem Gefängnis ihrer Denkmuster befreit –, lustvoll im Web 2.0 tummeln.


Banker sollten mit ihren Kindern mehr Monopoly spielen

Der amerikanische Immobilien-Crash hätte nie stattgefunden, wenn die CEOs der amerikanischen und der europäischen Grossbanken mit ihren Kindern öfter Monopoly gespielt hätten. Aber vermutlich tun das nur ihre Chauffeure. Die CEOs waren vollauf damit beschäftigt, die inneren Mechanismen ihrer strukturierten Produkte wenigstens in Ansätzen zu begreifen. Sie scheiterten – da blieb keine Zeit für ihre Kinder und schon gar keine für ein Spiel, das die Mechanismen des Real-Estate-Business idealisiert abbildet. Schlechte Investments mit einigen wenigen guten Investments zu maskieren ... unter Monopolyspielern wäre das undenkbar.


Kapuzineräffchen schlägt Anlageberater

Wichtig sind im Spiel die Würfel, sie stehen für Glück und Pech. Zwei Begriffe, welche automatisierte, vergangenheitsbezogene Computer-Analyseprogramme ausschalten sollten. Aber die Geschwister Glück&Pech sind trickreicher als alle Automatismen und alle Kenntnis von Märkten, Vergangenheits- und Zukunftsszenarien. Schon 1973 beschäftigte sich der Princeton-Professor Burton Malkiel in seinem Buch «A Random Walk Down Wall Street» mit dem Phänomen der «professionellen» Aktienauswahl. Er stellte insbesondere die Fundamentalanalysen und die technischen Analysen in Frage. Zu seinem Assistenten ernannte er ein Kapuzineräffchen, unter dessen Fell nur bescheidenes Wall-Street-Insiderwissen vermutet werden kann. Das Äffchen fand es spassig, Dartpfeile auf an die Wand gepinnte Kurszettel zu werfen. Die von ihm so getroffene Aktienauswahl erwies sich als gewinnträchtig, ja er schlug die Gilde der Anlageberater. Malkiel wollte beweisen, dass die Vergangenheit in einem effizienten Markt keine Rückschlüsse auf die künftige Börsenentwicklung zulässt. Wie sehr Glück&Pech Märkte, Geschäftserfolg und Schicksale bestimmen, lernt man dann, wenn die sieben jährige Tochter von anhaltendem Würfelglück begünstigt, Wall Street aufkauft.

(NZZ online, 2. Oktober 2006) (Amazon: A Random Walk Down Wall Street: The Time-Tested Strategy for Successful Investing (Completely Revised and Updated), Burton G. Malkiel, $ 11.53)


Ein Gefängnis namens Denkmuster

Auf Vergangenheitserfahrungen beriefen sich auch die Marketingspezialisten von Parker Brothers, des grössten und erfahrensten Brettspiel-Fabrikanten, als sie 1934 den Kauf von Monopoly ablehnten. Dem Erfinder, Charles Darrow, warfen sie 52 substanzielle Spielfehler vor, Fehler, die sich mit Sicherheit einer erfolgreichen Vermarktung entgegenstellen würden. Als grundsätzlich unüberwindbare Hürden bezeichneten sie die lange Spieldauer und die komplizierten Spielregeln. Beides «Fehler», die noch im gleichen Jahr den Verkaufserfolg in einem Kaufhaus in Philadelphia begründeten ... worauf Parker Brothers auf ihren Entschluss zurückkamen. Manchmal ist die Vergangenheit ein schlechter Ratgeber. Dies gilt auch für Spezialisten von Parker Brothers, die über 1800 Brettspiele auf den Markt gebracht haben, darunter Renner wie Cluedo und Risiko. Nebenbei: Die Erfolge von Monopoly hat die Firma durch die Weltwirtschaftskrise getragen, sie wurde aber später an Hasbro in Rhode Island verkauft.

www.hasbro.com

Web 2.0 und Monopoly-Marketing

Im Unterschied zu Angry Birds (Blogeintrag vom 24.1.2011) taugt das Monopoly-Spielprinzip nur in seinen Grundsätzen zur internationalen Vermarktung. In wesentlichen Punkten (Wert der Grundstücke) orientiert sich das Spiel an nationalen oder regionalen Gegebenheiten. Gegebenheiten, die sich ändern können. Das ist der Grund für stark schwankende Verkaufszahlen. Dagegen hat man ein Rezept gefunden, das eigentlich auf der Hand liegt aber noch viel zu wenig angewandt wird – es handelt sich um die Hebelkraft des Web 2.0. Man holt sich via Internet die Meinung der Spieler ein. Sie bewerten die einzelnen Grundstücke per Internet-Voting. Daraus entsteht ein neugestaltetes Spielbrett, neue Spielanleitungen, neue Spielergenerationen mit einem Schweif involvierter, kauffreudiger Testimonial-Käufer. Das ist Marketing im Bannkreis von Web 2.0.

Angry Birds als Lehrmeister professioneller Kommunikation

Es ist faszinierend, was Werbung/Kommunikation von wütenden Vögeln und räuberischen Schweinen lernen kann. Es ist schon so, die Welt dreht sich um die Steinschleuder.

Das Online-Spiel Angry Birds wurde vom finnischen Studio Rovio entwickelt. In den Cyberspace gestartet sind die wütenden Vögel im Dezember 2009. Bis Ende 2010 wurde Angry Birds 10 Millionen Mal in ganz unterschiedliche Kulturräume verkauft. Unabhängig von Ausbildung, Kultur und Sprache fasziniert es, von räuberischen Schweinen die gestohlenen Vogeleier unter Einsatz einer Steinschleuder zurückzuholen.

Wer immer in der Kommunikation tätig ist, kann davon einiges lernen. Das Spiel ist so angelegt, dass es keine Mythen, Vorurteile oder gesellschaftlichen Regeln verletzt. Es ist selbsterklärend-sprachunabhängig, der Schwierigkeitsgrad verändert sich, wirkt aber nie frustrierend, es stellt leichte Ansprüche an logisches Denken und – besonders wichtig – es weckt auch im sauertöpfischsten Menschen den Schmunzeleffekt ... ausserdem, am Schluss siegt das Gute. Vogeleier gehören nun einmal den Vögeln und sollten nicht vor die Schweine geworfen werden...

Was lässt sich in Sachen Werbung/Kommunikation davon ableiten? Wer verkauft, erzählt Storys. Möglichst leichtfüssig und wenn möglich mit Schmunzeleffekt. Wie das genau gemeint ist? Spielen Sie Angry Birds (auf iPhone, iPad oder Android). Verinnerlichen Sie sich die Story und fragen sich, was verkauft die Story? Sie verkauft eine Moral, «Eier stehlen lohnt sich nicht». Davon abgesehen, wie lautet die Verkaufsstory? Wenn dir jemand deine Eier klaut, kauf dir eine Steinschleuder.

Wenn das Schicksal zynisch wird:

9-jähriges Mädchen stirbt beim Anschlag in Tucson

Beim Anschlag auf Gabrielle Giffords starb als jüngstes Opfer Christina Taylor Green im Alter von 9 Jahren. Auf Seite 41 des Buches «Faces of Hope, Babies on 9/11» wurde ihr kurzes Leben skizziert – dies, weil sie ausgerechnet am schicksalshaften Tag des Anschlages von 9/11 geboren wurde. Autorin des Buches ist Christine Naman, Autorin von Caterpillar Kisses «Lessons My Kindergarten Class Taught Me About Life».

Mit dem Buch «Faces of Hope» wollte die Autorin zeigen, dass im Tod immer auch neues Leben wohnt. Im Falle von Christina hat das zynische Züge.

Schrotflinten im Cyberspace: Amoklauf, Tea-Party und eine Dame namens Sarah Palin

Wer bisher glaubte - und es sind nicht wenige - Facebook, Twitter und Co. sei die Sache von Teens and Twens, ist gut beraten, die Social-Media-Strategien der Tea-Party-Bewegung zu verfolgen. Sie kopieren gewisse Erfolgsrezepte des Internetwahlkampfes von Barack Obama. Teilweise schwappen die Rezepte über nach Europa, auch in die Schweiz. Blocher-TV ist bei weitem nicht das einzige Beispiel.

Vor Jahren lud Microsoft die Schweizer Parlamentsdienste sowie National- und Ständeräte nach Redmond ein. Sie erfuhren dort die Internet-Wahlkampf-Geheimnisse amerikanischer Prägung (Jahre vor der Facebook-Hype). Kurz darauf sichtete man schüchterne Politiker-Homepages helvetischer Prägung im Internet. Von der amerikanischen Grossmäuligkeit hielt man Abstand. Das war damals.

Barack Obama zeigte, wie man mit Social-Media-Geld und Anhänger sammelt, Wahlkämpfe gewinnt. Die Tea-Party demonstriert, wie man einen Virus setzt, der das Klima vergiftet und die Atmosphäre mit Hass erfüllt. Facebook, Twitter und Co. sind mittlerweile Waffen, erhältlich ohne Waffenschein. Sie transportieren gutes und weniger gutes Gedankengut mit einem Minimum an finanziellem Aufwand und dem unsicheren Streubereich einer locker im Halfter sitzenden Schrotflinte.

Dies bedenkend, müsste man zumindest für Politiker die Social-Media-Waffenscheinpflicht einführen.

Gabrielle Giffords, Mitglied des US-Repräsentantenhauses wurde von Jared Lee Loughner mit einer 9mm Glock (mit 30-Patronen-Magazin) von hinten in den Kopf geschossen. Zuvor wurde ihr Büro von Vandalen zerstört. Bei dieser Gelegenheit kritisierte Giffords die US-Karte auf Sarah Palins Homepage, auf der sie mit einem Fadenkreuz eingezeichnet ist. Die Karte wurde unmittelbar nach der Schiesserei entfernt.

Ölkatastrophe und BP

Als der letzte Hurrican Miami beutelte, klingelte mein Telefon. Eine betagte Bekannte im Nachbartower bat darum, vorübergehend unsere Ferienwohnung benützen zu dürfen. Der Lift sei blockiert, die Aircondition außer Betrieb und die Steaks im Tiefkühler befänden sich stinkender Weise im letzten Leichenstadium. Das wunderte mich, denn eines der vielen Gesetze in Florida verlangt von größeren Condominumkomplexen eine ausreichende automatische Notstromversorgung. Des Rätsels Lösung gründet im hemmungslosen angelsächsischen Wettbewerbs- und vordergründigen «Rendite"-"Denken», das denn auch der Finanzwirtschaft zum Desaster geriet. Vorgeschrieben ist ein Notstromaggregat nicht jedoch ein Tank für das nötige Dieselöl. In Kürze ist das auch nicht mehr nötig, kann man den Saft doch direkt vom Meer abschöpfen. Auch dort wurde - wurde «Rendite optimierend» - am BP-Sicherheitssystem eingespart.

Zeitmanagement

Seit rund zehn Jahren fehlt mir ein wesentlicher Beitrag zu meiner Lebensqualität, es sind die Seminare zum Thema Zeitmanagement. Time Management bestand im wesentlichen aus einem Buch, in welchem ein einziger schüchterner Termin auf verschiedenen Seiten von verschiedenen Seiten her zu beleuchten war, inklusive tiefsinniger Notizen. An sich verbrachte man seine Zeit damit, seine Arbeitszeit zu organisieren. Im Zeitalter der elektronischen Agenda hat sich das überlebt. Wirklich? Nein, nicht wirklich - die gleichen Gurus sind wieder unterwegs und rauben uns produktive Zeit. Einziger Unterschied, der administrierte Zeitverlust verliert sich im Cyberspace.